Biedermann und die Brandstifter
Schauspiel von Max Frisch

Biedermann und die Brandstifter

Es lodert wieder, Häuser gehen in Flammen auf - Brandstiftung. Der deutsche Bürger ist außer sich.
Neben denen, die ganz handfest mit Brandbeschleunigern hantieren, zündeln andere in Schlips und Kragen.
Und sie tun es ziemlich dreist und offen.
Warum fällt ihnen dann niemand in den Arm? Erhebt denn niemand seine Stimme gegen sie? Doch: "Aufhängen sollte man sie", ruft der Biedermann. Am Stammtisch.
Doch ist er mit denen persönlich konfrontiert, die er für Brandstifter halten muss, da lässt er sie lieber in sein eigenes Haus, in der bizarren Hoffnung, sie würden ihn verschonen, wenn er sie nur nicht verstimmt. In unglaublicher Geistesakrobatik versucht er - der nicht sehen will, was keineswegs vor ihm verborgen wird - jedes Indiz in Harmlosigkeiten umzudeuten.

"Biedermann und die Brandstifter" - das ist ein Lehrstück, das präzise eine Geisteshaltung entlarvt, die der Technik des Totalitären zum Erfolg verhilft. Eine politische Parabel, die ihre kritische Kraft nicht aus der Entlarvung der Lüge bezieht, sondern aus der Inszenierung der biedermännischen Wehrlosigkeit gegenüber Verbrechern, die von Anfang an sagen, was sie wirklich wollen.
Uraufgeführt 1958, entfaltet dieses Stück derzeit wieder eine beklemmende Aktualität, und dies nicht nur im ganz wörtlichen Sinne und in Deutschland, wo man Parteiprogramme lieber gar nicht erst liest, weil man sonst sähe, wen man da wählt. In vielen Ländern des aufgeklärt geglaubten Europas sind die Brandstifter mit Duldung der Biedermänner unterwegs.
Und bewaffnen wir nicht auch schon lange im Namen von Freiheit und Demokratie bereitwillig ausgerechnet jene Kräfte, die ganz offen anderes im Sinne führen?


Presse:


Fotos:

Fotos der 1. und 2. Vorstellung:

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Fotos: Kay Gürtzig

Fotos der Generalprobe:

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Fotos: Kay Gürtzig

Fotos einer Probe:

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Besetzung:
Gottlieb Biedermann:Cedric Fuchs
Babette Biedermann:Finja Heitmann
Anna, ein Dienstmädchen:Felix Grassel
Schmitz, ein Ringer:David Hatzel
Eisenring, ein Kellner:Stefan Seidel
Ein Polizist:Kay Gürtzig
Ein Dr. phil.:Thomas Otto
Witwe Knechtling:Andrea Sporer, Antonia Schade
Chorführer:Felix Grassel
Chor:Gesine Funk, Kay Gürtzig, Thomas Otto
Regie:Kay Gürtzig
Regieassistenz:Thomas Otto, Felix Grassel
Ausstattung, Inspizienz:Felix Grassel
Technik:Markus Grünewald
Lichttechnik:Matthias Brosch

Aufführungsrechte:

Suhrkamp Verlag AG, Berlin


Premiere:
23. Juni 2016