Der Bär
Schwank in einem Akt von Anton P. Tschechow

Der Bär

Schon seit Tagen reist Gutsbesitzer Grigori Stepanowitsch Smirnow umher, seine Außenstände einzutreiben, denn morgen muss er seine fälligen Tilgungsraten an die Landwirtschaftsbank zahlen, doch "keine einzige Kanaille zahlt". Der letzte auf seiner Liste ist Nikolai Michailowitsch Popow - aber der ist vor einem Jahr verstorben. Seine Witwe hat sich in eine recht pathetische Trauer vergraben und fühlt sich durchaus nicht gestimmt, sich mit Geldangelegenheiten zu befassen. Als sie den cholerisch veranlagten Smirnow bis zur Rückkehr des Verwalters hinhalten will, platzt dem der Kragen. Er besteht auf sofortiger Begleichung der Schuld, ungeachtet ihrer Behauptung, kein bares Geld im Hause zu haben. Während ihrer Versuche, das keinesfalls um Höflichkeit bemühte Raubein endlich loszuwerden, wird beider Tonart immer schärfer, bis die ganze Situation schließlich gänzlich außer Kontrolle gerät.

Anton P. Tschechow gehört unbestreitbar zu den bedeutendsten Vätern des Theaters des 20. Jahrhunderts und hat viele Dramatiker nach ihm inspiriert. Sein Bühnenschaffen ist eng mit Stanislawskijs "Künstlertheater" in Moskau verbunden, wo alle seine späteren Dramen uraufgeführt wurden. Bestechend in seinen Erzählungen und Dramen ist die Kombination aus feinsinnigem Humor und psychologischem wie Milieu-Realismus, durchwoben von der Elegie und resignativen Ziellosigkeit einer niedergehenden gesellschaftlichen Epoche. Wie in seinen Tragödien beziehen auch seine komischen Einakter ihren Reiz aus dem kommunikativen Defekt, aus dem Aneinandervorbeilaufen der Ambitionen, Gefühle und Worte, nur dass die Helden z.B. im "Bären" - wenigstens fü kurze Momente - nicht das Falsche zur falschen Zeit gegenüber der falschen Person äußern oder tun. Hier rechnet Tschechow ebenso vergnüglich wie schonungslos mit verlogenen Konventionen ab, und wenn seine Protagonisten sich zum falschen Pathos versteigen - was sie gern und reichlich tun - so machen sie sich unfehlbar zum Opfer des Spotts ihres Gegenspielers.


Fotos:

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Trailer:

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Besetzung:
Jelena Iwanowna Popowa:Heike Langbein
Grigori Stepanovitsch Smirnow:Tino Rasche
Luka, Diener der Popowa:Kay Gürtzig
Ausstattung und Regie:Kay Gürtzig

Premiere:
24. Januar 2005