Zufälliger Tod eines Anarchisten
von Dario Fo

Ein Mann stürzt aus dem Fenster des Polizeipräsidiums. Während eines Verhörs. Die offizielle Version lautet: Selbstmord. Aber Indizien und Zeugenaussagen passen nicht zusammen. Neue Verlautbarung. Neue Widersprüche. Was vertuschen die Verantwortlichen?

Da betritt ein, sagen wir, "psychisch Auffälliger" die Szenerie, der sich als Untersuchungsrichter, dann wieder als Hauptmann und Bischof ausgibt und die beteiligten Polizisten durch die Beflissenheit, mit der er Lügen und Schutzbehauptungen aufnimmt und weiterspinnt, immer mehr in die Enge, in die Nähe der Wahrheit, treibt.

Eine hintergründige, bissige und groteske Parabel auf ein Staatswesen, das sich seine Feinde selbst schafft. Wir erblicken ein Italien der siebziger Jahre, das aber immer wieder erschreckende Parallelen zu unserem näheren politischen Alltag aufweist. Das Beunruhigende daran: Das Stück basiert auf einem wahren Fall. Nur dass in der Realität nachher auch noch der verwickelte Kommissar hinterrücks erschossen wurde.

Jede Komik auf der Bühne zieht den Zuschauer tiefer in ein absurd wirkendes Vertuschungsszenario, dessen Wendungen das Lachen immer wieder im Halse stecken lassen. Eine echte Komödie, wenn es denn keine Tragödie wäre. Dario Fo vom Feinsten, in einer abendfüllenden Inszenierung der TheaterLeiterTheater-Gruppe aus Ilmenau.


Besetzung:
Der Verrückte:Florian Hudert, Christian Schwanengel
Polizeipräsident:Andreas Vogel
Kommissar Bertozzo:Robert Ewald
Kommissar Calabresi:Karsten Fügemann
Journalistin:Stephanie Speckmann
Erster Wachtmeister:Robert Will, Eva Hegge
Zweiter Wachtmeister:Alexander Meyenberg
Souffleuse:Gerit Schwanengel
Inspizienz:Rebecca Wast
Technik:Christoph Weißenborn
Regie:Team
Privater Sicherheitsdienst (Einlass):Silke Stauche, Kay Gürtzig
Staatsschutz (Einlass):Robert Langbein, David Grenzel, Guido Flohr

Premiere:
5. Mai 2001