Porträt eines Planeten
von Friedrich Dürrenmatt

Porträt eines Planeten

"Eine Sonne geht hops" sagen die Götter und wandern weiter über den Himmel, nicht wissend, ob sie "Planeten mit Lebewesen" hat. Es interessiert sie auch nicht. Wie es die Lebewesen des Planeten nicht interessiert, daß ihre Sonne "hops" gehen wird. Zu sehr sind sie mit ihren Angelegenheiten beschäftigt, um es überhaupt zu bemerken: sie gehen ihren Angelegenheiten nach, führen Kriege, lassen Kriege führen, suchen ihren Vorteil oder ihre Ruhe, pflegen ihre Eitelkeiten, ihre Vorurteile, ihren Haß... Ein Leben im Rausch, in dem Gestern und Morgen verschwimmen; nur das Heute zählt, das immer gleiche. Als dann die Katastrophe heraufzieht, nicht mehr zu ignorieren ist, verlassen sie sich auf ihre Regierungen. Und die verlassen sich auf ihre Berater. Und die? Erst ganz zum Schluß ahnen sie, daß sie hätten glücklicher sein können, wenn sie nicht alles falsch gemacht hätten. Aber schon geht die Sonne "hops" und alles hat ein Ende. Nur die Götter wandern weiter über den Himmel. In seinem "Porträt eines Planeten", in dem unschwer unsere Erde zu erkennen ist, bedient sich Dürrenmatt, wie oft in seinen Stücken, grotesker Mittel um die Unzulänglichkeiten der menschlichen Zivilisation aufzuzeigen. In den scheinbar lose aneinandergefügten Szenen skizziert er in teils makabrer Zuspitzung Momentaufnahmen unseres Alltags und erst mit der Zeit wird der Zusammenhang erkennbar, entsteht daraus ein Panorama der Ausweglosigkeit, das zwangsläufig in die Katastrophe mündet: Die Jungen, aus deren Liebe Hoffnung wachsen könnte, werden gejagt. Die Alten, in deren Erfahrung die Alternativen zu entdecken wären, sitzen im Altersheim oder der Irrenanstalt. Doch auch diese Orte sind nicht der Hort der Weisheit: sie teilen sich die Zimmer mit Egoisten, Misanthropen und Blumenzüchtern. Blumen zu züchten, was soll daran schlecht sein? Man muß ja nicht alles verraten...


Fotos:
Die Bilder wurden während der Premiere am 14. April 1999 aufgenommen.
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Szene 3: Mission im Urwald

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Szene 4: Du schläfst heute mit mir

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Szene 5: Es ist vollbracht

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Szene 6: Szenen einer Ehe I

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Szene 7: Frauenporträts

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Szene 10: Frauen beim Frisör

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Szene 11: Diplomaten

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Szene 12: Liebende in der Finsternis


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Szene 13: Gefangene Terroristen

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Szene 20: Mäporträts

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Szene 22: Der Prsäsident

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Szene 25: Psalm

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Besetzung:
Ada:Ines Lehmann
Eva:Simone Voiß
Naema:Sandra Reum
Zilla:Ruth Hörnlein
Abel:Marcel Becker, Serdar Dogan
Adam:Mathias Wege
Henoch:Christian Hörauf
Kain:Kai Weber
Stimme von Naemas Kind:Anton Rein (*26.1.1999)
Ausstattung:Kristin Fahrensohn
Bühnentechnik:Sebastian Häßelbarth
Szenenregie:Andreas Vogel, Marcel Becker, Sandra Reum, Mathias Wege, Patrick Teichert
Inspizientin:Kristin Fahrensohn
Souffleur:Patrick Teichert
Programmheftgestaltung:Marcel Becker
Gesamtleitung:Andreas Vogel

Premiere:
14. April 1999